Chronik des Vereins (Teil 2)

1960 - heute

Ehrenmitglieder des Vereins im Jahre 1969

(von links: Wilhelm Hengstebeck, Reinhold Hengstebeck, Heinrich Allebrodt, Heinrich Müller, Edi Freitag, Ehrentambourmajor Wilhelm Berghaus sen.) Wilhelm Berghaus wird Ehrentambourmajor 1969


Die Generalversammlung 1964 wählte Herbert Hesener zum 1. Vorsitzenden. Dieses Amt übergab er 1971 an Martin Müller. Im gleichen Jahr wurde die langjährige Männervorherrschaft beendet, als 7 Mädchen dem Verein als aktive Spielerinnen beitraten. Auch das 75-jährige Bestehen im Jahre 1974 wurde mit 21 teilnehmenden Gast-Vereinen zu einem gelungenen Fest.


Am 28.08.1976 gestaltete das Tambourcorps zusammen mit dem Musikzug und Jugendorchester Aachen-Eilendorf ein Konzert, bei dem auch der "Pfeifertag" von Friedrich Deisenroth aufgeführt wurde, ein ungewöhnliches Stück für Spielmannsleute, das intensive Probenarbeit erforderte. Bei einem Kritikspiel des Volksmusikerbundes 1977 in Wenden erntete der Verein viel öffentliches Lob.


Die Aufführung der 6sätzigen Suite "Der Hohe Tag" von Friedrich Deisenroth am 17.05.1980 in der Schützenhalle Heggen wurde ein musikalischer Höhepunkt in der Geschichte des Tambourcorps. Die Aufführung desselben Stückes in Unna auf einer Veranstaltung des Volksmusikerbundes NRW wurde ebenfalls ein voller Erfolg. Ein Jahr später wurde "Der Hohe Tag" im Rahmen des Kulturprogramms in Anwesenheit des Komponisten in der Finnentroper Festhalle erneut mit viel Beifall bedacht. Die vierte Aufführung dieses außergewöhnlichen Stückes im Jahre 1985 anläßlich des 575-jährigen Jubiläums der Attendorner Schützen wurde vom WDR aufgezeichnet und in voller Länge gesendet.


1981 übergab Martin Müller sein Amt als 1. Vorsitzender an Horst Reifenberg, der dem Verein bis 1990 vorstand. Im Jahre 1985 trat Theo Hesener nach 29 Jahren Amtszeit als Tambourmajor zurück und wurde zum Ehrentambourmajor ernannt. Zu seinem Nachfolger wurde Franz-Josef Freitag gewählt, der dieses Amt bis 1995 ausübte.

40 jährige musikalische Tätigkeit 1984


Auch am 90jährigen Bestehen des Tambourcorps im Jahr 1989 hatte die Öffentlichkeit im Rahmen eines Jubiläumskonzertes in der Schützenhalle Heggen und durch die Darbietungen von 22 Gastvereinen teil. Im gleichen Jahr wurde der in Eigenleistung gestaltete Übungsraum in der Heggener Grundschule eingeweiht, so dass die wöchentlichen Proben nun nicht mehr - wie zuvor - in der Schützenhalle stattfanden.


Im April 1991 nahm das Tambourcorps an einer Leistungsbewertung in Geseke Teil, die im Rahmen des Landesmusikfestes durchgeführt wurde.

Seit 1993 veranstaltet das Tambourcorps jeweils 3 Wochen vor Schützenfest ein Waldfest im Hörsten, welches freitags zur Bier-
probe und samstags zum eigentlichen Waldfest zahlreiche Besucher anlockt. Der gute Besuch dieses Festes ist sicherlich der besonderen Atmosphäre zu verdanken, die der vom Verein eigens hergerichtete Platz mitten im Hörsten ausstrahlt.

Sein 95jähriges Bestehen feierte das Tambourcorps 1994 mit zahlreichen Gastvereinen, die mit klingendem Spiel durch Heggen zogen und anschließend einige Musikstücke in der Schützenhalle präsentierten.

Seit 1997 nimmt das Tambourcorps am Karnevalsumzug Veilchendienstag in Attendorn teil. Außerdem ist der Verein bei zahlreichen lokalen Festlichkeiten (z.B. Schützenfest und Kinderschützenfest in Heggen sowie "Rund um die Kirche") präsent, nimmt an den Schützenfesten in Landemert und Neu-Listernohl am Festzug teil und tritt bei verschiedenen Freundschaftstreffen auf.


Dem Tambourcorps 1899 Heggen stehen im Jubiläumsjahr 1999 Jürgen Franke als 1. Vorsitzender und Stefan Kopsan als Tambourmajor vor. Der Verein besteht heute aus 23 aktiven und 107 passiven Mitgliedern.

In den 100 Jahren seiner Vereinsgeschichte stand das Tambourcorps Heggen unter der Leitung der folgenden Herren:

1. Vorsitzender

1899 - 1914 namentlich nicht überliefert
1914 - 1919 Wilhelm Berghaus sen.
1919 - 1929 Josef Ackerschott
1929 - 1934 Fritz Franke
1934 - 1952 Heinrich Allebrodt
1952 - 1964 Hans Hesener
1964 - 1971 Herbert Hesener
1971 - 1981 Martin Müller
1981 - 1990 Horst Reifenberg
1990 - heute Jürgen Franke

Tambourmajor

1899 - 1914 namentlich nicht überliefert
1914 - 1919 Wilhelm Berghaus sen. (Ehrentambourmajor)
1919 - 1929 Josef Ackerschott
1929 - 1934 Fritz Franke
1934 - 1953 Heinrich Allebrodt (Ehrentambourmajor) Wilhelm Berghaus jun.
1953 - 1955 Walter Teipel
1955 - 1985 Theo Hesener (Ehrentambourmajor)
1985 - 1995 Franz-Josef Freitag
1995 - heute Stefan Kopsan

95 Jahre Tambourcorps Heggen

In diesem Jahr feiert Theo Hesener sein 50jähriges, Günter Freitag sein 45jähriges Jubiläum beim Tambourcorps. Zusammen haben die beiden also in 95 Jahren Mitgliedschaft viele Höhen und Tiefen des Tambourcorps miterlebt.

Ein besonderer Dank gilt Theo Hesener, der neben seiner 29jährigen Tätigkeit als Tambourmajor 30 Jahre lang die Vereinskasse verwaltete sowie 17 Jahre als Schriftführer tätig war. 1985 wurde er zum Ehrentambourmajor ernannt. Seitdem er sich 1985 vom aktiven Vereinsleben zurückzog, unterstützt er das Tambourcorps im Bereich der Jugendarbeit und der Übungsleitung.

Aber auch Günter Freitag hat den Verein entscheidend mitgeprägt. Als Flötist ist er seit jeher eine Stütze der 1. Stimme. Zudem wacht er seit 1981 gewissenhaft über die Vereinskasse.


Neben den derzeitigen aktiven Mitgliedern gilt aber auch den Ehrenmitgliedern Josef Klein, Hubert Hengstebeck, Theo Hesener und Herbert Hesener besondere Anerkennung für ihren aktiven Einsatz für den Verein in der Vergangenheit.

(von links: Herbert Hesener, Josef Klein, Theo Hesener und Hubert Hengstebeck)

Passive Mitglieder

Im Jahre 1952 trat Lehrerin Brake dem Tambourcorps Heggen als erstes passives Mitglied bei. Seitdem sind viele ihrem Vorbild gefolgt, so daß der Verein derzeit von 107 passiven Mitgliedern unterstützt wird.

Diese leisten mit Ihrem Jahresbeitrag in Höhe von 10,- DM einen finanziellen Beitrag zur Ausrüstung des Vereins mit Uniformen, Instrumenten und Noten, machen vor allem aber auch eine intensive Ausbildung und Jugendarbeit möglich.

Die passiven Mitglieder werden betreut von Thomas Rosenbaum (Tel. 0 27 21 - 5 05 94), der auch als Kontaktperson für Interessenten an einer passiven Mitgliedschaft zur Verfügung steht.

Jugendarbeit

Ein besonderes Augenmerk richtet das Tambourcorps Heggen auf die Jugendarbeit. Derzeit befinden sich 9 Jugendliche in der Ausbildung, die den Verein zuversichtlich auf das zweite Jahrhundert seiner Vereinsgeschichte blicken lassen.

Dies sind im einzelnen Yvonne Korth, Anja Stuff, Corinna Entrup, Kirsten Entrup, Julia Geyer und Nadja Schäfer an der Flöte sowie Marcel Kopsan, Volker Korte und Marc Michels an der Trommel.


Die 6 jugendlichen Flötisten und Flötistinnen werden zur Zeit von Stefan Kopsan, Theo Hesener und Daniel Freitag ausgebildet. Um die musikalische Ausbildung der Nachwuchstrommler kümmert sich Jürgen Franke. Die vorgenannten Ausbilder widmen sich ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit mit hohem Engagement, um dem Nachwuchs sowohl die theoretischen Grundlagen in Form von Noten als auch das praktische Spielen der Instrumente zu vermitteln.

Neben der musikalischen Ausbildung der Jugendlichen werden vom Verein jedoch auch zahlreiche Veranstaltungen organisiert, um ihren Einsatz zu belohnen und den Gemeinschaftssinn in den Mittelpunkt zu rücken. So wurde im letzten Jahr zum Beispiel eine Wanderung zum Hülschotter Höchsten organisiert, wo mit Hilfe von Spielen für reichlich Spaß und natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt wurde. Im Winter stand eine gemeinsame Schlittenfahrt auf dem Programm, die ebenfalls allen viel Vergnügen bereitete. Zum Jahresabschluß fand natürlich wie in jedem Jahr eine Weihnachtsfeier für die Jugendlichen auf dem Programm.

In diesem Jahr ist eine mehrtägige Fahrt für den Nachwuchs geplant, welche entweder in eine Jugendherberge führt oder aber als eine Art Zeltlager organisiert wird. Diese Aktivitäten sollen u. a. dazu beitragen, dass der Zusammenhalt zwischen den Jugendlichen gestärkt wird.


Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, die Interesse daran haben, im Tambourcorps aktiv mitzuwirken, sind jederzeit willkommen. Jürgen Franke (Tel. 0 27 21 - 5 02 50) und Stefan Kopsan (Tel. 0 27 21 - 5 08 44) erteilen in diesem Fall gerne Auskunft bzw. nehmen Anmeldungen entgegen.
Eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und zum ersten Reinschnuppern besteht auch während der Übungsstunde montags, ab 18:30 Uhr, im Übungsraum in der Grundschule.

Waldfest im Hörsten

Einen Höhepunkt im Verlauf des Jahres stellt für das Tambourcorps das von ihm organisierte Waldfest im Hörsten dar. Es findet seit 1993 jeweils 3 Wochen vor dem Heggener Schützenfest statt.

Der geräumige Platz mitten im Hörsten wurde zu diesem Zweck mit enormen Arbeitseinsatz der aktiven Mitglieder gestaltet. Die vielen 100 Arbeitsstunden, die zur Schaffung und Pflege des Platzes investiert wurden, haben sich jedoch gelohnt, da auf diese Weise ein Waldfest stattfinden kann, das seinem Namen auch wirklich gerecht wird.

Schon viele Wochen vorher beginnen die Vorbereitungen, bis freitags zur Bierprobe geladen werden kann. Der Samstag beginnt dann mit Kaffee und Kuchen. Für die Unterhaltung der Kinder ist ebenso gesorgt wie für das leibliche Wohl aller Besucher.

Pro Musica-Plakette

Die PRO MUSICA-Plakette wurde am 07.03.1968 erstmals von Bundespräsident Heinrich Lübke als Auszeichnung für Vereinigungen verliehen, die sich besondere Verdienste um die Pflege des instrumentalen Laienmusizierens erworben haben. Es werden nur Vereine ausgezeichnet, die eine mindestens 100jährige Vereins- und Musiziergeschichte nachweisen können.

Daher ist das Tambourcorps 1899 Heggen besonders stolz darauf, mit der PRO MUSICA-Plakette ausgezeichnet zu werden. Die offizielle Verleihung erfolgt am 14.03.1999 in Frankfurt / Oder bzw. am 30.05.1999 in Paderborn auf Länderebene durch den Kultusminister von Nordrhein-Westfalen.

 

10 Leitsätze eines Spielmanns im Tambourcorps

1. Du sollst Deinen Tambourmajor lieben und ehren und nicht auf sein dummes Gerede hören.
2. Du sollst Dein Instrument beherrschen und pflegen, allerdings höchstens einmal im Jahr mit unter die Dusche nehmen.
3. Du sollst Deine Uniform mit Stolz tragen, wenn Du sie aus der Reinigung abholst.
4. Du sollst der Geselligkeit fröhnen, auch wenn dies ohne Alkohol sehr schwer fällt.
5. Du sollst Deinen Verein würdevoll repräsentieren und Dich an der Theke über denselben und seine Mitglieder auslassen.
6. Du sollst Dich an den Übungsstunden beteiligen, auch wenn Du die blöden Gesichter Deiner Musikkollegen nicht mehr sehen kannst.
7. Du sollst aufmerksam den Anordnungen Deines Tambourmajors Folge leisten, bis zur nächsten Probe kannst du sie ja wieder vergessen.
8. Du sollst pünktlich zu den Abfahrtzeiten und den Festlichkeiten erscheinen, d. h. höchstens 15 Minuten nach der vereinbarten Zeit.
9. Du sollst Dir bewußt sein, daß Du etwas Besonderes bist, also nicht zu häufig zu den Proben erscheinen.
10. Du sollst gesellig und unterhaltsam sein, besonders während der Proben kommt die lebhafte Erzählung von Anekdoten und Geschichten gut an.