Chronik des Vereins (Teil 1)

1899 - 1960

Hier nun ein kleiner Ausschnitt aus der 105-jährigen Geschichte unseres
Tambourcorps Heggen:

Im Herbst des Jahres 1899 fanden sich 6 gleichgesinnte, musikbegeisterte junge Heggener Bürger und beschlossen, ein Trommler- und Pfeifercorps zu gründen.
Heggen war zu dieser Zeit eine kleine Gemeinde, auch Kirchspiel genannt, mit ca. 900 Einwohnern.

Die Namen der Gründer

Flöte: Wilhelm Berghaus sen., Wilhelm Teipel und Peter Maiworm
Trommel: Franz Wilmes, Peter Meneghini und Eduard Freitag sen.

Wilhelm Teipel und Eduard Freitag sen. hatten während Ihres Militärdienstes den Wert der Musik erkannt und die Ihnen zusagenden Instrumente zu spielen gelernt.
Sie beschlossen, dieses Können an gleichgesinnte Freunde weiterzugeben. Wilhelm Teipel lernte die Flöten, Eduard Freitag sen. die Trommeln an.
Eingeübt wurden die Märsche, welche beide vom Militär her kannten. Die Musikinstrumente musste jeder selber bezahlen. Da alle Gründer auch Feuerwehrleute waren, fand das Drillichzeug der Feuerwehr als Uniform Verwendung.
Geprobt wurde Sonntags, je nach Wetterlage abwechselnd zu Hause bei den einzelnen Spielern oder im "Knäppchen" in der "Mutterstein".

Schon im Sommer 1900 fand der erste öffentliche Auftritt beim Kriegerverein "Einigkeit" in Finnentrop statt. Diese Bewährungsprobe wurde glänzend bestanden.

Das Tambourcorps in seinen Anfängen (um 1900)

1902 kamen Fritz Franke (Trommel) und Fritz Otte (Flöte) neu hinzu.
Wilhelm Berghaus sen. wurde 1903 zum Militär eingezogen, wo er als Flötist in den Spielmannszug aufrückte.

Das Tambourcorps im Jahre 1904

1905 durfte er in Homburg v d. Höh vor Kaiser Wilhelm II. den großen Zapfenstreich flöten und wurde kurze Zeit später Militär-Tambourmajor. Die Trommler und Pfeifer waren inzwischen zum festen Bestandteil bei örtlichen Festlichkeiten geworden. Den Jahren des raschen Aufstieges folgte jedoch bald die erste Flaute. 1913 begann ein erneuter Aufschwung.

Ab 1913 sind folgende Namen verzeichnet: Wilhelm Berghaus, Josef Ackerschott, Hubert Schmitz, Josef Schauerte, Aloys Hengstebeck, Hubert Otte, Josef Hesse und Josef Brandenburg (Flötisten) sowie Fritz Franke, Heinrich Allebrodt, Johann Hengstebeck, Hubert Tilke und Alex Berghof (Trommler).

1914 übernahm Wilhelm Berghaus sen. als erster Tambourmajor in der Vereinsgeschichte den Stab. Im Mai dieses Jahres wurde auf dem Kriegerverbrauchsfest in Heggen erstmals der Große Zapfenstreich aufgeführt. Die Leitung übernahm hierbei Musikmeister Freibold vom 1. Rhein.Pionier-Bat. Nr. 8 aus Koblenz. Das Schützenfest in diesem Jahr sollte vorerst das letzte Fest unter der Mitwirkung der Trommler und Pfeifer sein. Kurze Zeit später brach der Erste Weltkrieg aus und hinterließ auch in diesen Reihen große Lücken.

Aufnahme des Tambourcorps aus dem Jahre 1914

1919 mußte wieder neu aufgebaut werden. Josef Ackerschott übernahm nun den Tambourstab. Auch nach diesem Neubeginn blieb der Spielmannszug der Feuerwehr angeschlossen. Die Festlichkeiten von 1919 bis 1924 litten alle mehr oder weniger unter den politischen Einflüssen und den Auswirkungen der Nachkriegszeit.

1922 wurde für 50.000 Reichsmark die erste Pauke gekauft. Dem Spielmannszug machte die Konkurrenz anderer neugegründeter Vereine in den 20er Jahren sehr zu schaffen.

Das Tambourcorps im Jahre 1925

1929 erfolgte ein erneuter Aufschwung. Fritz Franke übernahm den Tambourstab und das Anlernen der Trommeln. Edi Freitag Lernte die Flöten an. Während bis zu dieser Zeit das Einüben der Märsche nach dem Gehör bzw. durch Überlieferung erfolgte, wurde nun erstmalig nach Noten einstudiert. Durch die notenkundigen Ausbilder erlangte der Leistungsstand in den 30er Jahren beachtliche Erfolge.

Das Tambourcorps im Jahr 1930

1933 konnte ein großer Wettstreit in der neugebauten Schützenhalle durchgeführt werden. Trotz der damals herrschenden Arbeitslosigkeit wurde die Veranstaltung ein voller Erfolg und zugleich ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Dank des finanziellen Gewinns konnten eigene Instrumente angeschafft werden. Neben einer Lyra erweiterten nun 5 Signalhörner die Möglichkeiten bei den verschiedensten Auftritten. Der Spielmannszug löste sich von der Feuerwehr und wurde "selbständig".

1934 übernahm Heinrich Allebrodt den Tambourstab und das Anlernen der Trommeln. Auch Wilhelm Berghaus jun. führte des öfteren als Tambourmajor den Verein an. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war 1939 für den Spielmannszug wie für Geselligkeit und Fröhlichkeit kein Platz und keine Muße mehr.

Das Tambourcorps im Jahre 1933

Im Frühjahr 1948 wurde ein Neuanfang gemacht. Die Instrumente, welche bedingt durch die lange Zwangspause, ziemlich verstreut aufbewahrt waren, wurden eingesammelt, und ein regelmäßiger Übungsbetrieb konnte wieder aufgenommen werden. Von den vor dem Kriege aktiv Mitspielenden stellten sich wieder zur Verfügung.

Heinrich Allebrodt - Edi Freitag - Franz Freitag - Reinhold Hengstebeck - Wilhelm Hengstebeck - Heinrich Müller - Franz Stuff.

Das Anlernen der Trommeln übernahm Heinrich Allebrodt, das Einüben der Flöten Edi Freitag. Das Korps führte Heinrich Allebrodt als Tambourmajor an. Geübt wurde in der alten Fliegerhalle unter dem Hörsten und unter dem Mühlenberge. Nach und nach fanden sich immer mehr junge Männer, die für das Erlernen eines Instrumentes Interesse zeigten.

Die Mitglieder des Vereins im Jahre 1938

Im Karnevalszug 1950 mußte das neu erlernte Können abermals unter Beweis gestellt werden. Im gleichen Jahr wurden die ersten beiden Wettstreite in Elspe und Bamenohl besucht. Die Auftritte erfolgtem in weißer Hose und weißem Hemd, was als Uniform zu dieser Zeit Verwendung fand.

Das Tambourcorps im Karnevalszug 1950

Nachdem 1951 die neugebaute Schützenhalle fertiggestellt wurde, konnten die Übungsstunden wieder in die Schützenhalle verlegt werden. Nachdem Heinrich Allebrodt die Aufgaben des 1.Vorsitzenden, die er seit der Neugründung im Jahre 1949 wahrgenommen hatte, in jüngere Hände legen wollte, wurde Hans Hesener in der Generalversammlung 1952 zum 1. Vorsitzenden gewählt. In dieser Versammlung trat auch die Lehrerin Agnes Brake als erstes passives Mitglied dem Tambourcorps bei.

1953 war das Tambourcorps Heggen Veranstalter eines Freundschaftstreffens innerhalb des Lennerings. Vom Erlös dieses Festes und durch großzügige Spenden konnte eine Uniform gekauft werden. Im Dezember 1952 wurde der Mitbegründer und erste Tambourmajor Wilhelm Berghaus sen. aus Anlaß seines 70. Geburtstages zum Ehrentambourmajor ernannt.

1953 legte Heinrich Allebrodt auch den Tambourstab in jüngere Hände. Sein Nachfolger wurde Walter Teipel.

Die Generalversammlung 1955 wählte Theo Hesener zum Tambourmajor. In dieser Zeit nahm das Tambourcorps Heggen an zahlreichen Wettstreiten teil: 1955 in Listerscheid, 1956 in Werdohl, Warmen, Bentrop, Lendringsen, Altenhundem, Aue und Wingeshausen. Aus Anlaß des 60jährigen Bestehens wurde 1959 ein Tambourwettstreit durchgeführt, an dem 13 auswärtige Vereine teilnahmen.

1954 Kinderschützenfest Hustert 1954 Zapfenstreich 1954 Zapfenstreich
1955 beim Gänsereiten in Bühren 1958 in Heggen 1960 bei einem Auftritt in Attendorn

Um dem Fortschritt der Zeit Rechnung zu tragen, wurden 1963 die herkömmlichen Holzflöten durch die Anschaffung neuer Metallflöten abgelöst. Auch neue Konzert-Trommeln konnten gekauft werden.

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